Kommunalwahl 2004 – die “echten” Zahlen

Noch nicht einmal jeder dritte Wahlberechtigte wählte 2004 Bärbel Dieckmann als OB. Die SPD erhielt auch gerade einmal von lediglich 16,32 % der Wahlberechtigten ihre Stimme. Die CDU kam immerhin auf 20,94 % der Wahlberechtigten.

Bei Bürgerbegehren und Unterschriftensammlungen wird häufig von Kommunalpolitikern geäußert, die Anliegen würden ja nur von einem kleinen Prozentsatz der Bevölkerung gertragen werden. Umgekehrt sollten sich die Kommunalpolitiker mal bewusst vor Augen führen, von wie wenigen Menschen sie tatsächlich gewählt wurden.

Hier eine Auswertung, die mir eine Bonner Bürgerin zukommen ließ (vielen Dank nochmal):

Oberbürgermeisterwahl 2004
Wahlberechtigte: 221.023
gültige Stimmen: 121.915 = 55,2 % der Wahlberechtigten
OB Dieckmann: 69.295 = 31,35 % der Wahlberechtigten

Wahl des Stadtrats 2004
Wahlberechtigte: 221.023
gültige Stimmen: 121.988 = 55,16 % der Wahlberechtigten

CDU: 46.280 = 20,94 % der Wahlberechtigten
SPD: 36.081 = 16,32 % der Wahlberechtigten
Grüne: 19.709 = 8,92 % der Wahlberechtigten
FDP: 10.303 = 4,66 % der Wahlberechtigten
BBB: 5.815 = 2,63 % der Wahlberechtigten

Für einen erfolgreichen Bürgerentscheid waren 2004 mindestens 44.204 Stimmen (= 20% der Wahlberechtigten) notwendig.

Alle Angaben ohne Gewähr! Die Auswertung können Sie hier auch als pdf abrufen: Kommunalwahl 2004, Prozente auf Wahlberechtigte bezogen (pdf)

Die Wahlergebnisse sind auf der Website der Stadt Bonn :
hier verfügbar (externer Link).

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2 Kommentare


  1. Hallo!

    Vielen Dank für die Aufstellung! Es spricht sich glücklicherweise mittlerweile herum, dass die eigentlichen Wahlergebnisse weitaus geringer sind als in den meisten Mitteilungen verkündet wird.

    Kleiner Tipp: Um eigene Balkendiagramme anzufertigen, ist OpenOffice.org Calc eine gute Entscheidung. Denn durch so ein Balkendiagramm, dadurch kann man diese Zahlen noch sehr viel anschaulicher darstellen. Das geht relativ einfach, wenn man das mal raus hat, dann könnten hier in diesem kommunalpolitischen Weblog auch Balkendiagramme erscheinen.

    Man merkt eines: Im Internet lässt sich die Wahrheit kaum mehr verbergen. Ein knappes Drittel für die Oberbürgermeisterin Dieckmann der Wahlberechtigten, das ist ein sehr beachtliches Ergebnis. Aber an der offiziellen Tabelle steht 56,8% für Bärbel Dieckmann – und ich bin der Auffassung, dass man diesbezüglich in den offiziellen Mitteilungen auch anders berichten könnte.

    Der Blick über die Landesgrenze hinaus könnte sich lohnen – wo anders sieht es analog aus:

    “Kurt Beck hat in Rheinland-Pfalz 26 Prozent der Wählerstimmen bekommen – und regiert als Inhaber der absoluten Mehrheit. . . “

    Also man kann ruhig mal die Wahlergebnisse von Bärbel Dieckmann mit den Wahlergebnissen von Kurt Beck vergleichen. Die Zahlen liegen in durchaus vergleichbaren Größenordnungen.

    Die Partei der Nichtwähler ist halt die größte Partei. Es ist zu fordern, dass auf dem Stimmzettel die Möglichkeit der Enthaltung eingeführt wird.

    Posted 24. Februar 2007, 11:27

  2. Allerdings wird sich durch die Einführung der Möglichkeit der “Enthaltung” auf dem Stimmzettel nicht die Zahl derjenigen signifikant erhöhen, die zu Wahlen gehen… vermute ich mal. Nicht mal die Zahl der “ungültigen Stimmen” würde wesentlich sinken. Die Abgabe einer “ungültigen Stimme” stellt ja schon heute eine gewisse Protestmöglichkeit gegen die aufgeführte Auswahl dar.

    Posted 25. Februar 2007, 02:25

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