Bahnlärm und geschlossene Schranken in Bonn

In den vergangenen Monaten wurde in der Lokalpresse immer wieder über den massiven Bahnlärm sowie die langen Schließzeiten der Bahnschranken berichtet. Letztlich handelt es sich um die Auswirkungen einer verfehlten Politik.

Foto Güterzug an Bahnschranke Ollenhauerstraße, 02.06.07
Ein Güterzug an der Bahnschranke Ollenhauerstraße Anfang Juni 2007. Hier wäre eine Unterführung sinnvoll. (Foto: J. Schott).

Dieser Blog hat sich schon öfters mit dem Thema Bahnlärm und DB-Planungen auseinandergesetzt.

Zu den einzelnen Punkten:

1.) Bahnlärm

Der Bahnlärm wird insbesondere durch die Güterzüge verursacht, die anscheinend teilweise nicht auf dem neusten Stand der Technik sind. Die Waggons müssten also ausgetauscht bzw. umgebaut werden. Hier ist letztlich der Gesetzgeber gefragt. Zudem scheint es zu wenig Bahntrassen speziell für Güterzüge zu geben. So gibt es in den Niederlanden für den Güterverkehr die Betuweroute (externer Link).

Lärmschutzwände und das Nachrüsten von Häusern mit entsprechender Verglasung ist sicher ebenfalls sinnvoll. Jedoch muss der eigentliche Lärm reduziert werden; Schutzwände können nur eine weitere Maßnahme darstellen.

Mittlerweile scheint auch die Politik die Notwendigkeit einer neuen Schienenstrecke einzusehen. So sieht der Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber “langfristig Chancen für Entlastungsstrecke”. – Die Pressemitteilung vom 20.12.07 können Sie hier abrufen (externer Link).

2.) geschlossene Schranken

Viele Bonnerinnen und Bonner beschweren sich zurecht über die langen Schließzeiten der Bonner Bahnschranken. Hier muss dringend mit der Bahn gesprochen und nach Lösungen gesucht werden, um die Schließzeiten so kurz wie möglich zu halten.

Zugleich muss darüber nachgedacht werden, einzelne Bahnübergänge durch Unterführungen zu ersetzen. Eine solche Prüfung müsste beispielsweise für den Bahnübergang an der Ollenhauerstraße erfolgen (vgl. Karte [externer Link] und Foto oben). Lesen Sie zu diesem Thema auch den Blog-Beitrag vom 03.12.07 Bahnübergang Ollenhauerstraße / Grundstück für Süßwarenhersteller.

3.) Bessere Fernverkehrsanbindung

Der Bonner Hauptbahnhof schrumpft in seiner Bedeutung leider zunehmend zu einem kleinen Provinzbahnhof. Bonn sollte weiterhin über gute Fernverkehrsanbindungen Richtung Frankfurt (Main) bzw. Hamburg verfügen. Auch müsste die Bonner Innenstadt besser an den ICE-Bahnhof Siegburg sowie den Flughafen Köln/Bonn angeschlossen werden (Stichwort: Die “bessere S13″). Lesen Sie hierzu auch den Blog-Beitrag vom 19.04.07 Bonn muss besser an den ICE-Bahnhof und Flughafen angebunden werden.

Doch leider hat die Politik hier schon vor einigen Jahren grundlegend versagt. Bonn ist zwar Bundesstadt (mit einigen tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Bundesministerien und -behörden), UN-Stadt, Universitätsstadt, Sitz von drei DAX-Konzernen und künftig auch Kongressstadt, verfügt aber zugleich nur über eine mittelmäßige Fernverkehrsanbindung.

Vergleiche hierzu auch den bereits erwähnten Blog-Beitrag vom 26.10.06 Bahnlärm und DB-Planungen.

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1 Kommentar


  1. Siehe auch GA-Artikel “Scharmützel um Bahn-Entlastungsstrecke” vom 28.12.07: http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=news&itemid=10490&detailid=395548 (externer Link)

    Posted 28. Dezember 2007, 21:17

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