Straßenbennungen in Bonn: “Warum Kelly und nicht Hupka?”
Letzte Woche berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) über die Bonner Straßenbennungsliste; in dem Artikel Warum Kelly und nicht Hupka? (externer Link) werden zwei voneinander unabhängie Vorgänge in einen Zusammenhang gebracht. So heißt es in dem Beitrag:
“Die Verwaltung hatte in ihrer Stellungnahme keine „grundsätzlichen Bedenken“ erhoben, aber darauf hingewiesen, dass „über das bundespolitische Wirken“ von Herrn Hupka hinaus und den Umstand, dass er bis zu seinem Tode in Bonn lebte, keine „weiteren unmittelbaren Bezüge zur Stadt Bonn“ erkennbar seien. Dieses Argument sei für die Ablehnung der SPD ausschlaggebend gewesen, heißt es dort.
Worin diese „weiteren unmittelbaren Bezüge“ in der Vita der Grünen Petra Kelly zu sehen sind, der im Todesjahr Hupkas eine „Allee“ gewidmet wurde, bleibt hierbei allerdings das Geheimnis der SPD.”
Zum besseren Verständnis: Die Aufnahme von Dr. Herbert Hupka in die Straßenbenennungsliste lehnte der Stadtrat am 18.06.2008 mehrheitlich ab (vgl. Bo-RIS, externer Link). Die Umbennenung eines Teilstücks der Franz-Josef-Strauß-Allee in Petra-Kelly-Allee wurde bereits am 25.04.2006 von der Bezirksvertretung Bonn beschlossen (vgl. Bo-RIS, externer Link). Als Mitglied der Bezirksvertretung Bonn habe ich übrigens der Umbennenung zugestimmt; somit wird im Bundesviertel nun auch eine prominente Vertreterin der Friedensbewegung geehrt.
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(Quelle: http://www.openstreetmap.org/)
Informationen zu beiden Persönlichkeiten finden Sie in der Wikipedia: Herbert Hupka (externer Link), Petra Kelly (externer Link).
In dem FAZ-Artikel heißt es direkt zu Beginn fälschlicherweise:
“Die Bonner CDU ahnte wohl, dass es nicht leicht sein würde, für die „Aufnahme von ‘Dr. Herbert Hupka’ in die Straßenbenennungsliste“ eine Mehrheit im rot-grün dominierten Rat der Bundesstadt zu bekommen.”
Bekanntlich hat seit der Kommunawahl 2004 weder rot-grün noch schwarz-gelb eine eigene Mehrheit. Seit dem Herbst 2006 gibt es eine schwarz-rote Kooperation (externer Link); die Sitzverteilung können Sie in der Wikipedia (externer Link) abrufen.
Auch die Zeitung Die Welt schreibt über das Thema; so steht in dem Kommentar Bonns kaltes Herz (externer Link) u.a.:
“Bonn am Rhein ist ein gesegneter Flecken. Fast ein halbes Jahrhundert lang war die Stadt bescheidene Hauptstadt der Republik. Als die Regierung dann nach Berlin gezogen war, stürzte sie nicht in die Bedeutungslosigkeit. Es geht Bonn heute sehr gut. Grund genug, Freundlichkeit an den Tag zu legen, sollte man denken.
Leider gefehlt. Vor kurzem hat sich der Rat der Stadt, in dem SPD und Grüne den Ton angeben, geweigert, den 2006 verstorbenen Politiker Herbert Hupka in die “Straßenbenennungsliste” aufzunehmen: Keine Straße des Ortes wird nach ihm benannt werden.”
Sehr geehrter Herr Schott,
Sie stellen in Ihrem BLOG sehr engagiert die tatsächlichen Abläufe klar.
Es bleibt die Frage offen, weshalb Sie und der Bürgerbund Bonn den Antrag abgelehnt haben, Herbert Hupka in die Straßenbenennungsliste aufzunehmen.
Dr. Herbert Hupka hat über Jahrzehnte in Bonn und von Bonn aus gewirkt. Er hat ein vielgerühmtes Buch über Bonn geschrieben und war nicht nur für die in Bonn lebenden Ostdeutschen eine bedeutende Persönlichkeit.
Die Bonner Schlesier haben nichts gegen eine Straße mit dem Namen Petra Kellys. Bei der Begründung darf die Frage erlaubt sein, worin ihr “unmittelbarer Bezug zur Stadt Bonn” besteht, wenn der bei Herbert Hupka nicht vorhanden sein soll.
Ich bin gespannt auf Ihre Rückmeldung und darf Sie bereits jetzt zu einer Veranstaltung unserer Landsmannschaft oder des BdV einladen.
Mit freundlichen Grüßen
Stephan Rauhut
Vorsitzender Landsmannschaft Schlesien – Nieder- und Oberschlesien Kreisgruppe Bonn e.V.
stv. Vorsitzender BdV Kreisverband Bonn
Posted 19. August 2008, 10:08