Schwerwiegende Probleme beim Bonner Kongresszentrum WCCB

Das Prestigeprojekt der Stadt Bonn hat mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen: So sind die Baukosten des World Conference Center Bonn (WCCB) enorm angestiegen; nun ist sogar die weitere Finanzierung unsicher.

Der General-Anzeiger schreibt heute in dem Artikel Geldsorgen ums Bonner Kongresszentrum (externer Link) u.a.:

“Über dem Paradeprojekt der Stadt, dem World Conference Center Bonn (WCC Bonn), ziehen offenbar dunkle Wolken auf: Die Baukosten sind von zunächst 70 auf 145 und nun 180 Millionen Euro gestiegen. (…) Nach GA-Informationen geht es dabei vor allem um die weitere Finanzierung des Kongresszentrums. Einen ‘Plan B’, der griffe, falls SMI Hyundai sich von dem Projekt verabschieden sollte, habe die Stadt nicht, sagte ihr Sprecher.”

Es ist leider zu befürchten, dass die Stadt Bonn für die Baukosten und Betreiberkosten voll aufkommen muss. Als im Jahr 2005 über den Vertragstext zwischen dem “Investor” und der Stadt Bonn verhandelt wurde, gab es in der Kommunalpolitik sowie in der Bonner Bevölkerung leider nur wenige mahnende Stimmen. In einem Leserbrief (PDF) hieß es damals:

“Die Freude unserer Kommunalpolitiker über den bevorstehenden Vertragsabschluss mit SMI Hyundai ist offenbar sehr groß. So einmütig hat man sie noch nie strahlen sehen wie auf dem betreffenden Gruppenbild mit der Oberbürgermeisterin. Da drängt sich dem Betrachter unwillkürlich die Frage auf: Hat die Stadt Bonn wirklich das große Los gezogen und kann nun endlich auf den politischen und wirtschaftlichen Aufschwung als UN-Stadt hoffen – oder spiegelt die Euphorie ihrer gewählten Vertreter nur eine phantasierte Wunscherfüllung wieder, die wenig mit der Realität zu tun hat? (…) Wir werden innerhalb weniger Jahre sehen, wer bei diesem Spiel gewinnt und wer verliert. Ich würde mir wünschen, dass sich meine Skepsis als unbegründet herausstellt und die Stadt Bonn und ihre Bürger wirklich vom IKBB bzw. UNCC profitieren oder im Falle eines Scheiterns zumindest nicht zusätzlich belastet werden.”

Der Euphorie bei der Grundsteinlegung (Mai 2007) sowie beim Richtfest (September 2008) folgt nun das Entsetzen und der bange Blick in die Zukunft. So kommentiert Herr Leyendecker im heutigen General-Anzeiger:

“Es wäre das Horror-Szenario: Über der Baustelle vom World Conference Center Bonn stehen die Kräne still. Die Verantwortlichen erklären, dieser Fall werde nicht eintreten. Noch nicht, möchte man anfügen.” (Quelle: GA, 26.02.2009 Großes Risiko, externer Link)

Übrigens gab es bereits im letzten Sommer Hinweise auf eine Kostenexplosion. Doch die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung und Politik haben diese Warnungen anscheinend verdrängt: So wollte man sich weder Fehler noch Probleme eingestehen.

Der große Traum vom erfolgreichen Kongresszentrum könnte nun also wie eine Seifenblase zerplatzen.

Um keine Mißverständisse aufkommen zu lassen: Wir wollen hoffen, dass das Kongresszentrum fertig gestellt wird und anschließend möglichst kostenneutral betrieben werden kann. Ansonsten droht dieses Projekt ein gewaltiger “Sprengsatz” für den städtischen Haushalt zu werden…

Weitere Beiträge zum Thema finden Sie in der Kategorie Kongresszentrum.

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3 Kommentare


  1. [...] Impressum « Schwerwiegende Probleme beim Bonner Kongresszentrum WCCB [...]

    Posted 27. Februar 2009, 20:01

  2. Bonner OB Bärbel Dieckmann’s WCCB – Sonne tolle Idee! “Danke für das tolle Vermächtnis Frau Dieckmann”, sagt der Bonner Bürger und Steuerzahler hierfür. Denn der hat natürlich schon immer davon geträumt Miteigentümer des WCCB zu werden. Und mit Blick auf die aktuelle Affäre erhalten die inhaltslosen Wahlkampfphrasen der Bonner SPD plötzlich eine echte Bedeutung:

    “Bonn gehört uns”,
    erklärt Jürgen Nimptsch in seiner letzten Anzeige im Bonner Schaufenster. Und mit seinen “Sachen” darf Mann machen was er will, oder wie ist das zu verstehen? Allerdings nur wenn keine andere Person geschädigt wird. Aber dies ist offenkundig jetzt der Fall. Verheimlichen können die Verantwortlichen ihr Versagen nicht mehr, denn leider fehlt es am nötigen “Kleingeld” um die fehlenden Milliönchen für das WCCB aus dem SPD Parteisäckel zu zahlen. Warum aber auch, es gibt ja noch die Sparkasse Köln/Bonn und den dummen Wähler/Steuerzahler.

    “www.stark-bleiben.de”,
    ja,ja, der Bönnsche SPD Klüngel sunpowered by Solarworld AG will stark bleiben, und das funktioniert so: Asbeck zahlt 75.000 EUR Spende für Wahlkampf Kelber, der setzt sich für tolle Solarideen wie sunpowered Kennedybrücke ein, und Frau Dieckmann sowie Herr Nimptsch bringen die tollen Ideen ökologisch und politisch korrekt über eine parteiunabhängige Bonner Tageszeitung unters “Bonner Wahlvolk”. Hier muss der Bonner tatsächlich “stark bleiben” können.

    “Die Bonn Partei”,
    Jetzt noch schnell ein wenig “Heimat” in die bewährte Mischung, denn mit Dieckmanns “Bonn” Wahlkampfherz ging 2005 ja auch alles gut (jedoch nur weil es von keiner Partei eine echte Alternative gab!). Abgesehen davon dass diese Strategie kaum berechenbar in ihrer Auswirkung ist, brauchen sich die ausführenden Strategen Nimptsch und Kelber in punkto Provinzialität nicht mehr hinter ihren CDU Kollegen zu verstecken.

    “Zesamme stonn. Für Bonn.” …
    … würden die Bürger sehr gerne, Frau Dieckmann, Herren Kelber und Nimtsch. Dann jedoch von Anfang an mit Bürgerbeteiligung, und nicht erst wenn durch Inkompetenz und Führungslosigkeit in der Verwaltung das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Bezeichnend auch, dass die SPD im Bonner Wahlkampf konsequent ihren Namen versteckt oder gar verschweigt. So soll der Wähler dann für “dumm” verkauft werden.

    Posted 23. Juli 2009, 17:58

  3. [...] alle haben das WCCB gewollt, was nicht richtig ist, denn es hat viele warnende Stimmen, z.B. vom BonnerBürgerBund (BBB), den Grünen und den Linken gegeben. Außerdem hätten alle  alles gewusst, was erst recht nicht [...]

    Posted 23. August 2009, 02:47

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