Das Kongress-Desaster geht weiter…

Ein Ende des WCCB-Desasters ist noch nicht absehbar. Wie berichtet sind nun auch die Veranstaltungen in der Beethovenhalle, im Plenarsaal und im alten Wasserwerk gefährdet. Der Bonner Stadtrat befasst sich am 21.12.2009 erneut mit der Thematik.

Im General-Anzeiger-Artikel WCCB: Ringen um Lösung für Kongressbetrieb (externer Link) vom 19.12.2009 heißt es u.a.:

“Erste Konsequenzen aus dieser Situation hat Lydia Lohmeier von der Dacapo-Service GmbH zu spüren bekommen. Die GmbH betreibt das Restaurant in der Beethovenhalle. Im Sommer wollte dort die Hochschulrektorenkonferenz mit 250 Teilnehmern tagen. Die Veranstaltung sei nun “wegen fehlender Rechtssicherheit” abgesagt worden, schreibt Lohmeier der Stadt.

Und unterbreitet ihr folgenden Vorschlag: ‘Gern sind wir bereit, uns auch über das Catering hinaus gesamtverantwortlich zu engagieren, wenn Sie uns hierzu Gelegenheit geben.’

Ein Vorschlag, der im Sinne der neuen schwarz-grünen Koalition und des Bürger Bund Bonn sein könnte. Sie wollen nach ihrem derzeitigen Erkenntnisstand am Montag in der Sondersitzung des Rates jedenfalls nicht dem Vorschlag des OB folgen. Nimptsch will das WCCB-Management alsbald in städtische Regie überführen.

‘Wir lassen uns nicht erpressen. Zwischen dem alles oder nichts muss es noch Alternativen geben, die weniger Risiken für die Stadt beinhalten’, sagte Tom Schmidt (Grüne) nach einer gemeinsamen Beratung der drei Fraktionen Freitagabend.”


Das noch nicht fertiggestellte Kongresszentrum im Oktober 2009 (Foto: J. Schott).

Mittlerweile werden immer mehr Details des Kongress-Desasters bekannt. Neben der Frage des Weiterbetriebs der Bestandsbauten (Beethovenhalle, Plenarsaal und altes Wasserwerk) sollte nun auch offen über die Zukunft der Neubauten diskutiert werden. Bisher spricht noch Niemand von einem dauerhaften Baustopp oder sogar Abriss. Eine belastbare Prognose zur Auslastung des gigantischen Kongresszentrums gibt es bisher anscheinend noch nicht. Das Kongresszentrum könnte also auch noch nach seiner Fertigstellung ein jährliches Millionenloch in den Bonner Haushalt reißen.

Hier ein paar Optionen, wie es weitergehen könnte:

(A) Weiterbau und Fertigstellung des ursprünglich geplanten Kongresszentrums
(B) Weiterbau von Teilen des Kongresszentrums (z.B. des Tagungsbereichs)
(C) Veränderte Nutzung des Komplexes (denkbar wäre z.B. eine Nutzung durch die Universität)
(D) Abriss

Leider wird über die Alternativoptionen nicht offen diskutiert. Insofern droht uns das gleiche Schicksal wie dem Space Park in Bremen (externer Link).

2 Kommentare


  1. Das WCCB wird es viel schwerer haben, weil es gegen die Bevölkerung gebaut wurde (alles massiv eingezäunt und abgeschottet). Ich persönlich hatte jedenfalls ein ungutes Gefühl, als ich neulich zwischen den ganzen Zaunanlagen herging. Das Space Center Bremen wurde hingegen für die Bevölkerung gebaut, die zunächst geplante Nutzung (Vergnügungspark) erbrachte aber nicht die Betreiberkosten. Die Nutzung ist dann geändert worden in eine Einkaufsmall “Waterfront”, die jetzt sehr gut besucht wird und Sommers wie Winters attraktiv ist - für alle.
    Was soll aber aus der Enklave WCCB werden? Ich hätte da schon eine Idee. Was uns fehlt, ist eine Erziehungsanstalt für die vielen ProfilneurotikerInnen, Bonisüchtigen und Wirtschaftskriminellen, die sich hemmungslos und permanent am Volkseigentum vergehen. Damit die wieder lernen, wie man respektvoll mit der Bevölkerung umgeht. Ein Spendenaufruf würde mit Sicherheit genug Geld einbringen, um das WCCB mit diesem Bestimmungsziel zuende zu bauen.

    Zitat | Posted 21. Dezember 2009, 8:25Uhr

  2. [...] Impressum « Das Kongress-Desaster geht weiter… [...]

    Zitat | Posted 22. Dezember 2009, 22:00Uhr

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